Vom NACHGLÜH'N zum DURCHGLÜH'N
Vom NACHGLÜH'N zum DURCHGLÜH'N
In diesem Beitrag wurde klipp und klar nachgewiesen: Der Rote Stern ist im heutigen Schwarzenberg ein geheimes Zeichen für die Freie Republik Schwarzenberg, jene sechs basisdemokratisch regierten Wochen im Frühjahr 1945, die im Herbeibitten der Sowjetarmee endeten.
In Schwarzenberg spricht kaum jemand darüber, doch mit einem feinen Lächeln geben sich die Wissenden zu erkennen. Wie im erwähnten Artikel des Görlitzer Anzeigers geschildert gibt es in der Bergstadt aber auch Kräfte, die renitent versuchen, die Geschichte von der Freien Republik Schwarzenberg und ihre Folgen zu verleugnen und bei dem Gedanken, die Schwarzwassermetropole könnte zu einer Art Sternenstädtchen werden, Unmut entwickeln.
Eröffnet wurde das NACHGLÜH'N mit dem Glockenklang vom Ratskellerturm, dem sich unverständliche Worte einer Art Muezzins, der sich bis unter den unschuldig weißen Stern über dem Geläut hochgewagt hatte, anschlossen. Vielleicht sind die Druckkammerlautsprecher an Minaretten gar keine so schlechte Lösung?
Nun denn, endlich konnte das NACHGLÜH'N seinen Lauf nehmen. Bis in die Nacht hinein bewiesen die Schwarzenberger und ihre Gäste zu einem Konzert der Horseless Riders, dass sie im Bermudadreieck von Völlerei, Quatschen und Tanzen exzellent zu feiern verstehen.
Fotografin-Kneiperin Lydia Schönberg und Künstler-Kneiper Jörg Beier eröffnen das NACHGLÜH'N 2016. Danke, dass The Horseless Riders Bühne und Technik dafür bereitgestellt haben!
17 Uhr: Noch nicht ganz Essenszeit, aber die Fratzen locken. Wer nicht weiß, was das ist, muss selber hin!
Und so gab es wortreiche Geschichten aus Schwarzenberg und dem Gebirg' mitten auf dem Oberen Markt zu hören.
Der Honig-Walter brachte die große Erleuchtung mit. "Im Grunde ist das ein Stern, nur ohne Zacken", erläuterte er dem Görlitzer Anzeiger seine auffälligen hängenden Beleuchtungsgeräte.
Im Erzgebirge hat jeder seinen Schutzengel. Der bewährt sich nicht nur beim Heimgang von Beier's Kunst & Kneipe "Zur Freien Republik Schwarzenberg", sondern vor allem beim häuslichen Empfängnisritual.
Im Künstlergässchen lockten das Künstlerhaus "Kafka", die Galerie Rademann, Schnellportraits von Ralf-Alex Fichtner (RAF), die Bastelstraße der AWO und Ringkino-Kinoaufführungen.
Wersich vom im Winter nicht springenden Springbrunnen dem Künstlergässchen näherte, hatte das Gefühl, durch ein Tor eine andere Welt zu betreten.
Das Schwarzenberger Ringkino hatte für ein Kinderfilmprogramm gesorgt - Gelegenheit für die Großen, sich umzugucken.
Viele Bürger stellten spontan Szenen aus dem Schwarzenberger Filmklassiker "Die Tannenbaumverschwörung" nach. Der Schwarzenberger Regisseur und Produzent Udo Neubert geht darin auf Spurensuche in der Gründungsgeschichte der Freien Republik Schwarzenberg. Im Bild geht es um die berühmt gewordene "Hände hoch!"-Szene, in der die Schwarzwasserbande den Bestechungsversuchen amerikanischer GI's, die dachten, sie könnten das Erzgebirge mit Cola und Kaugummi im Handstreich besetzen, widersteht.
Wenn der "Fichte", als Kriminalautor und Karikaturist auch als Ralf-Alex Fichtner (kurz: RAF) bekannt, nicht wäre, wüsste so mancher gar nicht, wie er aussieht und welchern Eindruck er auf andere macht. Fichtes Schnellportraits bringen es ans Licht!
Zurück beim Konzert auf dem Schwarzenberger Marktplatz: Das NACHGLÜH'N unter'm Roten Stern wird heißer.
Sorgt für Glühzündungen: Der Kunstverein ZONE, der die ganze Glüherei organisiert hat und inzwischen mit weiteren Ideen schwanger geht.
Auch die Schwarzenberger Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer besuchte das NACHGLÜH'N und sprach ein Grußwort: "Das machen wir wieder, wenn Ihr wollt!"
Stets umlagert: Die Bühne der Horseless Riders im Stile eines arabischen Wüstenzelts. Immer wieder gelobt: Der Acoustic Blues Rock der Band und die Titelauswahl, die von Klassikern bis zum genial verbluesten Steigerlied reichte.
Das vereinigte Catering rund um den großen Auftritt der Horseless Riders ließ keine Wünsche offen bzw. zu.
Im Schwarzenberger Kreml brennt noch Licht? Nein, es ist die Toilette von Beier's Kunst & Kneipe zu später Nachtstunde. Ob sie jemals von Generalissimus Stalin benutzt wurde, müssen Historiker noch diskutieren. Nichts ist unmöglich im Gebirge.
Wem das gefällt, was in Schwarzenberg im Erzgebirge so abgeht, der sollte sich näher über die altehrwürdige Bergstadt mit ihren freiheitsvernarrten Bewohnern informieren. Man kann dort erstklassig Urlaub machen, die Natur genießen, ins Kino gehen, gemütlich in der Kneipe und angenehm im Restaurant sitzen, gleich ganz hinziehen oder wenigstens investieren.
Hier erfährt man mehr:
- Offizielle Webseite der Stadt Schwarzenberg
- Die Freie Republik Schwarzenberg
- Kunst & Kneipe
- Der Görlitzer Anzeiger
Und was hat es mit dem DURCHGLÜHN'N auf sich?
Dazu der Beier, Jörg: "Es will doch keiner bis zum nächsten VORGLÜH'N warten. DURCHGLÜH'N ist angesagt! Wir haben da eine Idee..." Aber die lässt er noch nicht gucken. Hat er jetzt "jo, mei" ider "im Mai" gesagt?