Haltepunkt Erzgebirge

Was ist dran am Wasserpfeifen-Trend?

Was ist dran am Wasserpfeifen-Trend?

Für viele ist die Shisha kultig und Teil des urbanen Lebensgefühls
Für viele ist die Shisha kultig und Teil des urbanen Lebensgefühls
Schwarzenberg. 23. Dezember 2020. Kein Weihnachtsmarkt in Schwarzenberg, keine Feuerdrachen-Glühwein, dafür ist umso mehr ertgebirgische Gemütlichkeit zu Hause angesagt. Für viele gehört - Erzgebirgstradition hin oder her - das Shisharauchen dazu. Wobei: Dem orientalischen Raachermannel ist die Shisha so fremd nicht...

In vielen Städten, besonders in den sogenannten Szenevierteln, ist die Shisha mittlerweile zu einer bekannten und gängigen Erscheinung im Stadtbild geworden. Überall gibt es Shishabars und Shops, in denen man sich ausgiebig über die Wasserpfeife und was man benötigt, um sie genießen zu können, informieren kann und oft auch gleich in den Genuss kommen kann, denn in vielen Bars werden Shishas - auf Wunsch mit unterschiedlichen Tabaksorten bestückt - angeboten.

Doch was genau ist dran an der Shisha? Ist es nur hippes Zeitgeschehen, das schnell wieder verschwinden wird oder ist es mehr als nur ein Trend? Haltepunkt Erzgebirge hat die häufigsten Fragen rund ums Thema Shisha zusammengesucht und ausgiebig nach Antworten gesucht.

Woher kommt die Shisha eigentlich?

Die Shisha Wasserpfeifen wurden in ihrer Art erstmals im nördlichen Indien gesehen und genutzt. Man vermutet, dass sie aber entweder im antiken Persien - dem heutigen Iran - oder im nördlichen Indien ihren Ursprung haben. Nach und nach gelangte die Shisha mit dem Ausbau der Handelsrouten mit Händlern zuerst in die arabischen Gefilde und verbreitete sich dann weiter. Die ursprüngliche Form - so, wie wir sie heute kennen - wird im persischen Raum um das 15. oder 16. Jahrhundert vermutet, denn das Wort "Shishe" bedeutet im Persischen Sprachgebrauch Glas. Mehr Input über die Shisha und ihrer Verbreitung erfährt man auch hier.

Wann kam die Shisha nach Europa?

Über Persien gelangte die Shisha in die Türkei. Dort wurde die Shisha in ihrer heutigen Erscheinungsform sehr stark verbreitet und man findet wohl kaum eine Bar in der Türkei, in der nicht die Shisha geraucht wird. Von dort aus wurde sie wahrscheinlich in die westliche Welt exportiert. Durch die Globalisierung verbreitete sich der Genuss der Shisha und ist heute oftmals eine willkommene alternative Form des Tabakrauchens. In Europa wird sie in vielen Städten inzwischen in Cafés und Bars geraucht und auch in Parks oder anderen öffentlichen Freizeiteinrichtungen genießen vor allem junge Menschen in Gemeinsamkeit oder auch allein das Shisharauchen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Tabakgenuss via Zigarette und der Shisha?

Bei der Wasserpfeife filtert das Wasser die wasserlöslichen Substanzen aus dem Tabakrauch. Im Kopf der Shisha liegt der spezielle Shisha Tabak, der grundlegend deutlich feuchter ist als bei der Zigarette. Die Bowl, der Wasserbehälter, soll den Rauch kühlen. Auf die Bowl wird eine Rauchsäule geschraubt, durch die dann später der Rauch zirkulieren kann. Auf die Rauchsäule wird der Tabakkopf gesteckt. Im unteren Bereich der Säule endet der Schlauch, durch den dann letztlich geraucht wird. Am Tabakkopf befindet sich der Teller, auf dem die verbrannte Kohle gesammelt und abgelegt wird. Der Tabakgeschmack bei der Shisha ist aromatischer im Vergleich zur herkömmlichen Zigarette. Allerdings gelangen auch hier alle Schadstoffe durch das Inhalieren in die Lunge. Ein Hauptvorteil der Zigarette für die Raucher ist letztlich ihre Größe: Eine Packung Zigaretten kann leicht eingesteckt werden, so dass man sie immer dabei hat. Die Shisha ist deutlich größer und aufwendiger, weil vom Aufbau bis zur Nutzung erst einmal Zeit benötigt wird.

Kann man die Shisha auch im Freien rauchen?

Viele mögen keinen Rauch in ihren Räumen, deshalb wird die Shisha gern in Parks oder auch in Freiluft-Gaststätten wie der Saloppe in Dresden genossen. Wer sie immer dabei haben möchte, für den gibt es kleinere Modelle, die leicht in den Rucksack passen. Wer also alle Utensilien inklusive des Tabaks an Bord hat, kann jederzeit nach Belieben loslegen.

Hinweis:
Was das Rauchen betrifft, gilt der Grundatz: Am besten gar nicht erst anfangen, schon gar nicht, wer jünger als 18 Jahre ist. Wer aufhören möchte, kann unter anderem bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weitere Informationen erhalten.